20., 21., und 22. September

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Sodele, was jetzt kommt geht schnell:

Blumenkohlsuppe,

Gemüsecurry nach Thai- Art, mit Sojapöpsel, Kokosmilch und Jasminreis

Zwetschgenmus mit Zimt

Das war das mit dem Essen. Was jetzt kommt, wird wie immer auf eigene Gefahr gelesen:

Am Wochenende war ich das erste Mal bei einer Weinlese dabei. Winziger Betrieb. Wengert am Neuffener Schloßberg. Rebellen. Dickköpfig bis stur. Tolle Leutchen! Toller Wein! Aber, nicht in der Erzeugergenossenschaft. Keine Lust auf Gifte. Nix Dünger von Bayer- oder Biontec?- habe da nich so den Durchblick. Versteht ja eh keiner warum ein Wein aus offensichtlich stark mit Herbiziden „bewirtschafteten“ Flächen, mit „Vollerntern“ (ekelig!) „gelesen“ Trauben, zusammengeschütteten Lagen und dem Schlimmen mehr, zum „Qualitätswein“ mit Prädikat wird… Gaaanz toll. Mit Prüfnummer. Wow. Seit diesem Wochenende weiß ich endlich warum mir das so nie geschmeckt hat…

Wer seinen Weinberg so bewirtschaften will, wie es Geschmack und Gewissen vorgeben, dem wird- wer tanzt denn da aus der Reihe?- da Leben schwer gemacht. Dem wird alles nur erdenkliche an Steinen in den Weg gelegt. Puh, die können was erzählen! Erzähle ich jetzt nicht alles. Ich will nur erzählen, das wir doch schnell zu Hilfe gebeten wurden, weil, nach dem Wetterwechsel und dem folgenden Regen, die „Essigfliege“ stark würde. Wenn die zuviel Zeit bekommt, ist es aus mit dem guten Wein. Tja, wer nicht spritzen will muß ernten. Kennt man ja. Jetzt ist Lese. Jeder Trauben wird vor dem Schnitt geprüft. Bitte nur die wirklich reifen! Dann bitte jede Beere anschauen. Angestochene entfernen! Mickrige oder offensichtlich unreife Beere raus. Und dann in die Kistchen. Vorsichtig. Nicht quetschen.

Nebenan fuhr ein riesiges Agrarmonster durch die Reihen. Eine nach der anderen. Laut. Stinkiger Diesel. Aber sowas von effizient. Nimmt alles mit. Von ganz oben bis an den Boden. Wer jetzt noch glaubt, Wein wäre vegetarisch oder gar vegan…

Wir waren zu siebt. Sechs Stunden lang… All die Bernsteinschaben, Ohrenzwicker, Spinnen, Blattwanzen und der Insekten mehr, die wir entfernt haben, entkommen so nem Erntedings nicht. War eh schon alles hin. Gespritz wird was erlaubt ist. Bleibt doch sowieso nichts, sonst wäre es ja nicht erlaubt. Oder? Könnte doch dann nicht Qualitätswein sein…

Einer der besten Weine die ich in den letzten 30 Jahren probieren durfte, ist als „Landwein“ zu bezeichnen, darf nicht die Lage nennen und und und

Also, Georg grüßt jetzt alle Zertifizierer, Prüfnummernvergeber, Amtsschimmel und Etikettenkontrolleure. Denn, sie wissen was sie tun. Ob die das Zeug selbst trinken, oder holen die sich lieber was bei den Bösen mit dem guten Wein? Wer weiß das schon, oder, wer will das wissen.

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